In der spanischen Designszene hat sich Lucas Muñoz Muñoz längst als feste Größe etabliert. Auch international macht sich der Anfang Vierzigjährige, in Madrid ansässige Designer und Künstler derzeit einen Namen. Seine Handschrift ist dabei geprägt von einem radikalen Gestaltungsansatz, vom scheinbar Improvisierten und Unfertigen. In seinen Interior-Projekten paart Muñoz spielerisch kombinierte Readymades und kontemporäre Eyecatcher mit rohen, industriell anmutenden Elementen und erreicht so eine Ästhetik des Unprätentiösen, des Temporären, das mitunter wiederverwendet ist und schließlich auch wiederverwendbar sein soll. Kunst oder Design? Bei den von ihm gestalteten Objekten gelingt es Muñoz oft, die Grenzen zu verwischen. Seine Designausbildung erfuhr der Spanier in Madrid und am Central Saint Martins College of Art and Design in London; an der Design Academy Eindhoven fügte er einen Master in Contextual Design an. Neben etlichen freien Arbeiten zählen Marken wie On Running oder LZF Lamps zu seinen Kunden. Jüngst beeindruckt er mit einer Installation im Länderpavillon von Spanien auf der Architekturbiennale in Venedig 2025.
Interior Designers of the Year – Lucas Muñoz Muñoz
Jurybegründung
Die Utopie vom Interior-Design, das für das Jetzt geschaffen ist und jederzeit problemlos an veränderte Bedürfnisse angepasst werden kann – im Werk von Lucas Muñoz Muñoz geht sie in Erfüllung. Anhand realisierter Projekte, in denen mal Enzo Maris berühmte DIY-Reihe „Autoprogettazione“ aufgegriffen wird und man sich anderswo an Fragmente des Anti-Designs erinnert fühlt, lässt sich dabei ein neuer, starker Impuls für das spanische Design ablesen, das zwanglos wirkt und zum respektvollen Umgang mit bestehenden Ressourcen in neuen Kontexten inspiriert. Ganz klar: Muñoz ist eine der spannendsten Stimmen im zeitgenössischen spanischen Design – nicht nur, weil er zwischen Kunst sowie Produkt- und Interiordesign oszilliert, sondern weil er erzählende Objekte und Orte schafft, die kritisch den Zeitgeist reflektieren und gleichzeitig neue Ansätze für das Design bieten. Ein Paradebeispiel, das die nachhaltige Herangehensweise von Muñoz unter Beweis stellt, ist das Restaurant MO de Movimiento in Madrid. Bei der Entwicklung des Interiors verfolgte sein Team eine kompromisslose Strategie des Up- oder Recyclings von Materialien, die zum Großteil aus dem Abbruch des Bestandes vor Ort stammen, und entwirft Möbel und Objekte aus vorgefundenen Materialien. Für die Klimatisierung des Gastraumes entwickelte Muñoz auffällige Terrakotta-Volumen, die die Luft auf Basis eines Verdunstungsprinzips herabkühlen. Merke: Mehr Experiment wagen!
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