Aktuelles

Interessieren Sie sich für Neuigkeiten aus der Architektur- und Designwelt oder möchten mehr über Award-Teilnehmer*innen, Gewinner*innen und den
Award erfahren? Dann sind Sie hier richtig.

Planer aufgepasst: Wir suchen die Beispiele für eine neue Badkultur!

© LAUFEN Vitron Steel

Zwischen Erreichbarkeit und digitaler Überforderung wächst das Bedürfnis nach Räumen, die entlasten. Die Milan Design Week 2026 zeigte, dass das Bad eine neue Rolle einnimmt. Es wird nicht länger als funktionaler Sanitärraum verstanden, sondern als Ort, an dem tägliche Routinen in Momente der Ruhe und Regeneration übergehen. Auf kleiner Fläche verdichtet sich, was zeitgemäße Innenarchitektur leisten muss: ein intelligentes Zusammenspiel aus Grundriss, Licht, Technik, Material und Atmosphäre. Im Mehrfamilienhaus zählen kompakte, langlebige Lösungen. Im Wohnungsbau und im Objektbereich überzeugen robuste Materialien, Lichtführung und intuitive Bedienung. Im privaten Bad rücken Spa-Elemente und sinnliche Materialkonzepte in den Vordergrund.

Für Planerinnen und Planer wird das Bad damit zu einem anspruchsvollen Raum. Wasser, Licht, Oberflächen und Akustik werden bewusster gedacht. Warme Hölzer, mineralische Materialien, präzise Metalle und ruhige Kompositionen zeigen, wie Wellness heute weniger über Überfluss entsteht als über Qualität und räumliche Balance.

Auch für Hersteller verschiebt sich der Fokus. Vorgaben zu CO₂-Reduktion, Materialtransparenz, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit wirken direkt auf Entwicklung und Produktion. Im Mittelpunkt stehen langfristige Material- und Systemlösungen. Sie zeigen, wie Keramik, Edelstahl, Armaturen, Möbel, Duschlösungen und smarte Technik selbstverständlich in architektonische Konzepte integriert werden können. Technologie werden immer unsichtbarer: Systeme zur Wasseroptimierung, Hygiene und Energieeffizienz sind Teil einer ruhigen Komfortarchitektur. Das neue Bad wird zum Refugium: ein Raum, in dem Material, Funktion und Atmosphäre so zusammenfinden, dass aus alltäglichen Abläufen Momente der Entlastung entstehen.

 

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Einladung zum Paneltalk auf der Milan Design Week 2026

KALDEWEI x ICONIC AWARDS bei der Milan Design Week 2026

 

Im Rahmen der Milan Design Week 2026 laden KALDEWEI und die ICONIC AWARDS am 21. April zu einem exklusiven Abend in den historischen Palazzo Crespi in Mailand ein. Unter dem Titel „Bubbles of Time – Architecture of the Intimate“ widmet sich ein hochkarätig besetztes Panel der Entwicklung des Badezimmers vom funktionalen Raum hin zu einem zentralen Ort zeitgenössischer Wohnkultur.

Zu den Gesprächspartnern zählen Franz Kaldewei, Designer Werner Aisslinger sowie die Kuratoren Parasite 2.0 und Forgotten Architecture. Moderiert wird die Diskussion von Designexpertin Karianne Fogelberg. Im Anschluss sind die Gäste zu Austausch, Dinner und Drinks eingeladen.

Die ICONIC AWARDS laden Expert*innen aus Architektur und Design herzlich zu dem Event ein. Sind Sie in Mailand, freuen wir uns über Ihre Teilnahme.

Hier geht’s zur Anmeldung: https://gdc.jotform.com/260753191485866

Die Bühne für Architekturexzellenz, Business Impact und Vernetzung — ICONIC AWARDS starten Ausschreibung 2026

Die ICONIC AWARDS eröffnen heute eine neue Wettbewerbsrunde, die internationale Projekte in Architektur, Interior und Produktdesign würdigt. Bis zur Preisverleihung im Oktober 2026 startet damit auch eine neue Serie internationaler Netzwerkveranstaltungen, die Industrievertreter, Planer, Architekten und Projektentwickler zu einem interdisziplinären Austausch zusammenführt.  Ziel der Plattform ist es, Innovationsansätze und gestaterische Exzellenz länderübergreifend sichtbar zu machen und Impulse für konkrete Projektanbahnungen zu vermitteln. Damit knüpfen die ICONIC AWARDS an die Erfolge der Vorjahre an, bei denen jährlich bis zu 800 Projekte aus mehr als 45 Nationen eingereicht wurden.

 

Von Mixed-Use bis Transformation – neue Chancen für alle Akteure der Baubranche

Mit fünf Hauptkategorien und 50 Unterkategorien bieten die ICONIC AWARDS 2026 ein differenziertes Bewertungssystem für alle Akteure der Baubranche. Ab 2026 werden diese Kategorien gezielt erweitert: In der Hauptkategorie ARCHITECTURE ergänzen „Mixed-Use Development“, „Transformation“, „Urban Regeneration and Development“, „Industrial and Logistic Development“ sowie „Facade and Surface“ das Spektrum. In der Hauptkategorie CONCEPT mit „Development Concept and Masterplanning“ und „Transformation“ wird die strategische Ebene der Projektentwicklung gestärkt. Mit dieser Ausrichtung sprechen die ICONIC AWARDS künftig gezielt Projektentwickler, Baugruppen, Bauträger sowie private und öffentliche Bauherren an, die als  Initiatoren und Gestalter von Bau- und Infrastrukturprojekten eine verantwortliche Rolle einnehmen. Neue Kategorien wie Healthcare, Circular Design und Office and Workplace greifen aktuelle Entwicklungen der Branche auf und würdigen Lösungen, die Antworten auf aktuell diskutierte Problemstellungen geben.  

Alle Kategorien können Sie hier entdecken.

Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Architektur

„Die ICONIC AWARDS haben eine Bühne geschaffen, auf der die gesamte Wertschöpfungskette der Branche sichtbar wird“, betont Lutz Dietzold, Geschäftsführer des des German Design Council. „Zur Auszeichnung kommt eine große Vielfalt an Disziplinen, die zur architektonischen Qualität beitragen, vom Entwurfskonzept über die planerischen Gewerke bis hin zu Produkt, Material, Licht, Grafik und Marke.“ 30 %  der Teilnehmer sind Hersteller der Bau- und Einrichtungsbranche. Diese treffen auf eine innovationsgetriebene Gruppe an Architektur- und Interior-Design-Büros, die mit rund 60 % den Großteil der Teilnehmer bilden. Der Diskurs richtet sich auf neueste Forschungserkenntnisse, Produktinnovationen und Projekte. Die einzigartige Bündelung an Expertise sorgt für lebhafte Diskussionsformate, die aus der Perspektivvielfalt schöpfen und Geschäftsanbahnungen vorantreiben.

Jahresübergreifende Formate statt Einzelveranstaltung  

Mit einer Reihe erfolgreicher Netzwerkformate traten die ICONIC AWARDS im vergangenen Jahr überall dort in Erscheinung, wo die Branche zusammentraf. Neben einem Business Lunch während des Salone del Mobile in Mailand 2025 nahmen Industrievertreter und Architekten aus verschiedenen Ländern am Vortag der Preisverleihung 2025 an der Architekturführung und dem anschliessenden Netzwerkabend mit dem Medienpartner DETAIL teil. Den Jahresauftakt 2026 bildet das Experten-Treffen im März im Rahmen der Frankfurter Messe Light + Building. Ein Paneltalk mit der Firma Kaldewei zur Milan Design Week im April 2026 gilt als nächster Programmpunkt auf der Agenda der ICONIC AWARDS, die jedes Jahr branchenspezifische Highlights für besonders entwicklungsstarke Branchen vorsieht. Teilnehmende des Vorjahresprogramms berichten, dass diese Netzwerktreffen als niedrigschwelligen Einstieg für konkretes Matchmaking anzusehen sind.

Preisverleihung als Treffpunkt der Branche

Die Preisverleihung im Oktober im München parallel zur Messe Expo Real bringt jedes Jahr führende Köpfe aus Architektur, Industrie und Immobilienwirtschaft zusammen. Neben der feierlichen Awardshow sorgen Fachdialoge, Präsentationen und kuratierte Networking-Angebote für mehr Sichtbarkeit der Teilnehmer. Angebote wie „Pitch & Pulse“, ein Format für kurze Präsentationen innovativer Ideen und Projekte, ermöglichen es Teilnehmenden, ihre Unternehmen und Innovationen direkt vor einem kuratierten Fachpublikum zu präsentieren. Konkretes Feedback, Rückfragen und konkrete Anschlussgespräche beleben den Austausch zwischen Industriepartnern und Planern.

Der Award für globale Reichweite und Vernetzung im deutschen Bauwesen

Wie groß der Bedarf an einer integrierten Plattform für Architektur, Interior und Produktlösungen im deutschsprachigen Markt ist, lässt sich an der Vielzahl internationaler Teilnehmer*innen und der hohen Qualität unter den Einreichungen aus dem DACH-Raum erkennen. Vor allem der Zuwachs aus dem internationalen Ausland, der 2025 rund 60% der gesamten Einreichungen ausmachte, dokumentiert, wie wichtig der Award für das internationale Geschäft ist. Zahlreiche Einreichungen kommen aus China, Japan, Italien, Amerika, Korea, Portugal, Spanien und Frankreich.

 

Anmeldetermine im Überblick

Ausschreibungsstart: 18. Februar 2026
Early Bird Frist: 27. März 2026
Anmeldeschluss: 15. Mai 2026

Kartierung der Gegenwart

Jeanette Kunsmann, Chefredakteurin DETAIL, über die ICONIC AWARDS

Internationale Awards und regionale Architekturpreise sind immer ein guter Weg, um den Status Quo der Bauwirtschaft zu erfassen. Die bewerteten Projekte formen in ihrer Summe nicht nur eine Momentaufnahme der aktuellen Architektur, sondern auch unserer Gesellschaft und ihrer Entwicklung. Welche Typologien werden verwirklicht? Welche Gestaltungssprache, welche Materialien, welche Haltungen finden sich als wiederkehrende Merkmale? Gibt es ungewöhnliche und kreative Lösungen, die erfolgreich drängende Herausforderungen unserer Zeit adressieren?

2025 sind die Einreichungen auffallend facetttenreich. Die Zeit der klassischen Kulturbauten, der Museen und Konzerthallen, scheint überwunden. Ein Blick auf die Liste der Projekte und Preisträger der Iconic Awards 2025 unterstreicht: Anstelle strahlkräftiger Solitäre aus den Händen der Stararchitektur stechen vor allem kluge Umbaukonzepte und experimentelle Bestandssanierungen hervor – mit lebensnahen Nutzungskonzepten, die individuell auf die Bereiche Arbeit, Gesundheit, Bildung oder Energie zugeschnitten sind. Das ist neu.

Die Kehrichtverwertungsanlage mit Photovoltaik-Kraftwerk in Emmenspitz-Zuchwill ist so ein starkes Beispiel für die ambitionierte Gestaltung eines Zweckbaus. Das Zürcher Büro Penzel Valier hat den Bestand als beeindruckende Betonskulptur weitergedacht – und mit einer 5.000 Quadratmeter großen Photovoltaik-Fassade ausgestattet. Architektur beweist hier mehr als nur Mut zur großen Form. Das Kraftwerk gewinnt eine der Auszeichnungen Best of Best.

Bauen nach der Pandemie

2025, das bedeutet auch, das Gebäude bewertet werden, die in den meisten nach dem März 2020 entworfen und geplant wurden. Die Erfahrungen nach dem März 2020 haben in Architektur und Stadtplanung sichtbare Spuren hinterlassen.  Aus den Einreichungen für die Iconic Awards 2025 fallen außerdem viele Projekte aus verschiedenen Kontexten und Kontinenten auf, die hochwertig ausformulierte Räume zwischen Innen und Außen verbinden. Sie vereint der Wunsch Architektur und Natur für eine gemeinschaftliche Nutzung und zur Verwirklichung individueller Bedürfnisse zu verbinden.

Wie sich mit der Natur gebaute Strukturen gelungen verbinden lassen, macht das Sozialpädagogische Zentrum Korneuburg in Österreich von Atelier Thomas Pucher vor. Der 2024 fertiggestellte Holzbau geht auf einen Wettbewerbsentwurf von 2020 zurück, der den traditionellen Vierkanthof als zeitgemäße runde Form neu interpretiert. Das Zentrum bildet ein grüner Patio. Dieser wird von dem ovalen Gebäude wie ein Nest eingerahmt und geschützt. Es bilden sich Orte, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und dabei gleichermaßen Gemeinschaft sowie Privatsphäre fördern sollen.

Materialbekenntnisse

Kreislaufgerechte Bauweisen mit wiederverwendbaren Elementen und naturbelassende Materialien sind für viele Architekturbüros heute längst Maßstab und Selbstverständlichkeit. Insbesondere die Bauaufgaben mit und im Bestand bieten ein wachsendes Handlungsfeld. Auffallend ist aber auch der selbstbewusste Einsatz von Naturbaustoffen. Auch die Ersatzneubauten in Buchs aus Holz und aus Lehm für das Mehrfamilienwohnhaus Haus der Freunde kommen ohne Kunst- oder Verbundstoffe aus. Das Pionierprojekt von Carlos Martinez Architekten überzeugt außerdem mit vorfabrizierten Stampflehmwänden, die im Inneren für angenehmes Raumklima sorgen.

Die Umnutzung einer Agrikultur-Kooperative in ein multifunktionales Kulturzentrum vom Studio Camps Felips Arquitecturia im spanischen Flix sticht innerhalb der Einreichungen 2025 mit einer besonders konsequenten Materialsprache hervor. Die unverputzten Ziegeloberflächen erzeugen innen wie außen eine allumfassende Terracotta-Fläche mit warmen Erdtönen, die durch den Einsatz lokaler Materialien die regionale Wirtschaft unterstützen und Bautraditionen bewahren. Dank seiner hervorragenden Dämmeigenschaften senken die handgefertigten Keramikziegel auch den Energieverbrauch des Gebäudes. Für die Jury ist diese Sanierung ein eindeutiger Kandidat einer Best of Best-Auszeichnung.

Ähnlich handhabt es das Studio X+Living bei dem Projekt für die Buchhandlung Tianjin Zhongshuge in einem historischen Viertel im chinesischen Tianjin, das durch eine gezielte Materialsprache Architektur und Innenarchitektur zusammenbringt. Insgesamt 400.000 dunkelrote Ziegel formen die extravaganten Fassaden und im Inneren spektakulär inszenierte Stufen, Bücherregale und Sitzgelegenheiten. Die Wiederholung der Steine erzielt ihre Wirkung.

Von Europa in die Welt

Die Baukultur in Asien folgt einer eigenen Sprache und Philosophie. Nicht nur der Pritzker-Preis blickt dieses Jahr in Richtung Asien. Nachdem 2024 die höchst dotierte Auszeichnung der internationalen Architekturwelt bereits zum achten Mal nach Japan – an den Architekten Riken Yamamoto – ging, wurde 2025 der chinesische Architekt Liu Jaikun geehrt. Auch die Iconic Awards haben ihre Perspektive über Europa hinaus in den asiatischen Raum geöffnet. Bereits in den Vorjahren qualifizierten sich eine Reihe hochwertiger Architekturprojekte aus China, Japan und Thailand für den Wettbewerb. Neben den Gebäuden von Vector Architects aus Peking bereicherte die diesjährigen Iconic Awards auch das Studio HEMAA aus Mexiko mit eleganten Bauten

Einreichungen von Gebäude und Konzepten aus dem afrikanischen Kontinent sollten als Einladung für 2026 unbedingt ein nächster Schritt sein, um die Ergebnisse des international ausgerichteten Preises zu vervollständigen. Immerhin: Mit der Entscheidung für die nigerianische Architektin Mariam Issoufou Kamara (New York City & Zürich) als Creator of the Year und der libanesisch-französische Architektin Lina Gothmeh (Paris) als Architect of the Year setzen die Iconic Awards 2025 klare Statements für eine Branche, die sich gerade neu (er)-findet.

Jeanette Kunsmann, Chefredakteurin, DETAIL

VIELFALT, QUALITÄT & VERANTWORTUNG

Die Preisträger*innen stehen fest: Der German Design Council – Rat für Formgebung vergibt die ICONIC AWARDS 2025

Der German Design Council – Rat für Formgebung hat die Gewinner*innen der ICONIC AWARDS 2025 bekanntgegeben. Das neu konzipierte, disziplinübergreifende Format prämiert herausragende Leistungen in Architektur, Interior Design und Produktinnovation und stärkt als führende Plattform den internationalen Austausch in der Bau- und Designbranche. Im Fokus stehen zentrale Themen und zukunftsweisende Trends wie Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und digitale Transformation. Die Auszeichnung macht Exzellenz sichtbar und setzt Maßstäbe für die Gestaltung der gebauten Umwelt heute und in Zukunft.

Erfolgreiche Premiere
Mit mehr als 560 Einreichungen aus über 45 Ländern erreichten die ICONIC AWARDS zahlreiche Projekte aus aller Welt. 33 Projekte wurden als „Best of Best“ prämiert. „Die diesjährigen Einreichungen beeindrucken durch Vielfalt, gestalterische Qualität und Verantwortungsbewusstsein – von visionären Bauprojekten über innovative Produktentwicklungen bis zu außergewöhnlichen Interior-Konzepten“, sagt Lutz Dietzold, Geschäftsführer des German Design Council. „Mit den neu konzipierten ICONIC AWARDS bündeln wir die Innovationskraft der Branche und fördern den internationalen Dialog über zukunftsweisende Gestaltung.“

Ab sofort sind die ausgezeichneten Projekte in der Online-Galerie erlebbar.

Mehr Sichtbarkeit für Innovation und Verantwortung
Insgesamt fünf Haupt- und 42 Unterkategorien machen die ICONIC AWARDS 2025 zur zentralen Bühne für Architektur, Interior Design und innovative Produktlösungen. Neue Kategorien wie „Circular Design“, „Healthcare“ und „Office and Workplace“ zeichnen visionäre Konzepte aus, die Antworten auf aktuelle und künftige Herausforderungen geben.

Auch bei den Sonderpreisen gibt es spannende Neuerungen: Mit 10.000 Euro dotiert, fördert der Preis in der Kategorie „Debut Work of the Year“ gezielt vielversprechende junge Talente.

Die Jury 2025

Eine international besetzte Fachjury mit führenden Köpfen aus Architektur, Design und Forschung bewertete Aktualität, Relevanz und Qualität der Einreichungen. Hier geht’s zur Jury.

Sonder- und Ehrenpreise

Sonderpreis „Debut Work of the Year“: Studierendenhaus der TU Braunschweig von Gustav Düsing und Max Hacke
Mit dem Studierendenhaus der TU Braunschweig haben Gustav Düsing und Max Hacke ein flexibles, nachhaltiges Erstlingswerk geschaffen, das Gemeinschaft und Teilhabe fördert. Die Jury zeichnet es als zukunftsweisenden Beitrag für Bildung und Architektur aus. Mehr Infos gibt´s hier.

Ehrenpreis „Architects of the Year”: Lina Ghotmeh – Architecture
Lina Ghotmeh verbindet kulturelle Identität, Geschichte und Nachhaltigkeit zu poetischer, verantwortungsvoller Architektur. Für diesen erzählerischen Ansatz erhält sie den Titel „Architects of the Year 2025“. Mehr Infos gibt´s hier.

Ehrenpreis „Interior Designers of the Year”: Lucas Muñoz Muñoz
Lucas Muñoz Muñoz überzeugt durch experimentelles Design und den kompromisslosen Einsatz von Recycling und Kreislaufprinzipien. Seine Arbeiten zeigen, wie Nachhaltigkeit und gestalterische Radikalität ineinandergreifen. Mehr Infos gibt´s hier.

Ehrenpreis „Architects’ Client of the Year”: Kinderspital Zürich - Eleonorenstiftung
Die Eleonorenstiftung hat mit dem Neubau des Universitäts-Kinderspitals Zürich eine Klinik als Ort der Geborgenheit und Heilung ermöglicht. Für diesen menschenorientierten Ansatz erhält sie den Titel „Architects’ Client of the Year 2025“. Mehr Infos gibt´s hier.

Ehrenpreis „Creator of the Year”: Mariam Issoufou
Mariam Issoufou entwickelt Architektur, die lokale Ressourcen, kulturelle Identität und soziale Verantwortung vereint. Mit diesem Beitrag zur globalen Architekturdebatte wird sie als „Creator of the Year 2025“ geehrt. Mehr Infos gibt´s hier.

Neuer Look, mehr Kategorien, internationaler Austausch

Der renommierte Architektur-Award geht in die nächste Runde. Und setzt 2025 neue Maßstäbe. Mit einem frischen Markenauftritt, neuen Kategorien und einem innovativen Veranstaltungskonzept stärken die ICONIC AWARDS 2025 den internationalen Austausch und machen dabei zukunftsweisendes Design und Architektur sichtbarer denn je.

 

Aus zwei wird eins: Die bisherigen Formate ICONIC AWARDS: Innovative Architecture und ICONIC AWARDS: Interior Products verschmelzen zu der wegweisenden Plattform für Architektur, Interior Design und Produktinnovationen: den ICONIC AWARDS. Diese bringen 2025 noch mehr Vordenker*innen und Entscheidungsträger*innen aus Architektur, Design und Industrie zusammen – mit globaler Reichweite, starkem Netzwerk und wertvollem Wissenstransfer.

Neues Design & mehr Kategorien

Mit einem neuen Markenauftritt startet der Award am 4. März 2025 in die nächste Ausschreibungsrunde. Modern, international, visionär – der Look unterstreicht, was die Auszeichnung in der Architektur- und Designwelt bedeutet.

Neben dem Rebranding gibt es auch inhaltliche Neuerungen: Mit „Office and Workplace“, „Healthcare“ und der neuen Sonderkategorie „Circular Design“ setzt der German Design Council als Auslober des Awards ein klares Zeichen: Nachhaltigkeit, Umbau und der intelligente Umgang mit Ressourcen rücken stärker in den Fokus. Denn zukunftsweisendes Design denkt weiter, schließt Kreisläufe und gestaltet Transformation.

Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis „Debut Work of the Year“ fördert der Wettbewerb nun gezielt neue Talente.

Internationale Preisverleihung mit Mehrwert

2025 wird auch die Preisverleihung neu gedacht – als ganztägiges Event voller Impulse. Expert-Talks, Match-Making-Formate und eine Speakers-Corner schaffen Raum für Wissenstransfer und interdisziplinären Austausch. Wo Architektur auf Business trifft, entstehen Innovationen, die unsere Lebenswelt und das Design der Zukunft prägen.
Für die Auswahl der besten Projekte kommt eine hochkarätige Fachjury zusammen, die hohe Expertise vereint. Mit dabei sind Produktdesigner Stefan Diez, Jonas Bjerre-Poulsen, Mitbegründer von Norm Architects aus Kopenhagen, Tina Kortmann, Director bei UNStudio aus Amsterdam, sowie Wei Wu, Partner bei gmp Architekten in Shanghai. Und viele mehr …

„Ich überlasse die Extravaganzen gerne anderen“

Jonas Bjerre-Poulsen ist ein dänischer Architekt, Gestalter, Fotograf – und Juror bei den diesjährigen ICONIC AWARDS. Im Gespräch mit ndion verrät der Mitgründer von Norm Architects , was ihn nachts wach hält und was es mit dem Begriff „Soft Minimalism“ auf sich hat.

Interview von Jasmin Jouhar

Jonas Bjerre-Poulsen ist einer der beiden Gründer des stilprägenden Kopenhagener Architektur- und Designstudios Norm Architects. Zu den Auftraggeber*innen des Büro gehören Möbelhersteller wie Audo Copenhagen, Karimuko Case, Reform oder Lema. Auf der Liste ihrer Architekturprojekte stehen, neben diversen Häusern, Wohnungen und Showrooms, auch die Restaurants Iris in Norwegen und Äng in Schweden, außerdem ein Hotel in Tokio. Wir sprachen mit Bjerre-Poulsen über seinen inneren Antrieb, seine Leidenschaft für Fotografie und einen Minimalismus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Zusammen mit Ihrem Geschäftspartner Kasper Rønn führen Sie ein Architektur- und Designstudio, Sie entwerfen für Kunden aus der Möbelindustrie und planen Wohnarchitektur, Hotels, Restaurants und Geschäfte. Daneben arbeiten Sie als freier Fotograf. Was würden Sie sagen, welche der Tätigkeiten entspricht Ihnen am meisten?

Ich habe immer versucht, meiner inneren Stimme zu folgen und mich nur mit Dingen zu beschäftigen, zu denen ich mich berufen fühle. Am Anfang studierte ich an einer Wirtschaftshochschule, doch ich flüchtete bald nach Rom, weil ich lieber kreativ arbeiten wollte. Ich habe damals viel gezeichnet, Kirchen, Skulpturen, Aktmodelle, die klassische Künstlerausbildung. Nach einem Jahr kam ich zurück nach Kopenhagen und begann ein Architekturstudium an der Kunstakademie. Was ich in Rom gelernt habe: die Umgebung im Detail wahrzunehmen, mit allen Sinnen. Ob es das Wetter ist, Architektur oder ein Interieur, man erlebt die Welt als Atmosphäre und reagiert emotional darauf. Das Zeichnen und das Fotografieren helfen mir bei meiner Arbeit als Architekt und Designer. Es hilft mir dabei, Details zu verstehen, Materialien, Oberflächen, und wie Licht sie verändert. Die kurze Antwort lautet also wahrscheinlich, dass in allem, was ich tue, viel von mir persönlich drinsteckt. Und dass ich genauso leidenschaftlich Architektur entwerfe wie ich eine Ausstellung gestaltete oder fotografiere. Für mich sind diese Dinge alle miteinander verbunden.

Sie sprachen von der inneren Stimme. Woher wissen Sie, dass Sie sich zu etwas berufen fühlen?

Das ist eines der wenigen Dinge, für die ich keine rationale Erklärung habe. Es gibt diesen rätselhaften inneren Antrieb, der mich geradezu zu etwas zwingt. Das kann durchaus zwiespältig sein, denn einerseits gibt mir das viel Energie und Leidenschaft und ein wirklich gutes Gefühl. Aber andererseits macht es mich auch verrückt, es hält mich nachts wach und sorgt dafür, dass ich zu wenig Rücksicht auf meine Gesundheit nehme. Ich weiß, dass es vielen Künstler:innen so geht. Es ist wohl ein universelles menschliches Bedürfnis, etwas zu erschaffen.

Wann finden Sie überhaupt die Zeit zu fotografieren? Ein Architektur- und Designstudio zu führen, kann ja sehr fordernd sein.

Ich habe früh gelernt, möglichst wenig Zeit auf die Dinge zu verwenden, die mir Energie entziehen. Das betrifft praktische und administrative Aufgaben, vieles davon spielt in der Architektur eine große Rolle. Architektur ist sehr komplex, viele Leute sind daran beteiligt. Es ist wichtig, dass wir im Studio Menschen haben, die strukturiert arbeiten, die sich um Finanzen und Projektmanagement kümmern. Das gibt mir die Möglichkeit, mich kreativ an vielen Projekten zu beteiligen. In der Gestaltung und der Architektur kommt es darauf an, eine Idee konzeptionell auszuarbeiten. Und im Umsetzungsprozess dann immer wieder draufzuschauen und Dinge noch mal umzudrehen oder zu optimieren. Bei der Fotografie ist das anders. Da gibt es nur mich und meinen Blick auf die Welt. Das passiert am Wochenende, in den Ferien, ich trage die ganze Zeit eine Kamera mit mir herum. Die beste Kamera ist die, die man dabei hat, so heißt es doch.

Bei all den verschiedenen Tätigkeiten, haben sie das Gefühl, sie blicken immer aus derselben Perspektive auf die Dinge, stellen dieselben Fragen?

Zum Teil ja, etwa in der ästhetischen Herangehensweise. Egal, ob es Fotografie, Grafikdesign, Produktdesign oder Architektur ist, es geht darum, die Essenz der Dinge zu finden. Den Punkt zu erreichen, an dem es nichts mehr hinzuzufügen oder wegzunehmen gibt. Praktisch gesehen sind es natürlich vollkommen verschiedene Welten.      Architektur ist, wie schon gesagt, viel komplexer. Wir wollen verstehen, wie unsere Auftraggeber*innen leben, was ihre Vorlieben sind, in welchen Räumen sie sich wohlfühlen.

Inspirieren sich verschiedene Projekte gegenseitig?

Nehmen Sie ein Hotelprojekt. Da sind oft Architekt*innen, Innenarchitekt*innen, Grafikdesigner*innen und viele andere Menschen mehr beteiligt. Das Ergebnis ist dann meist nicht sehr ganzheitlich. Wir versuchen unseren Auftraggeber*innen zu vermitteln, dass wir alle Aufgaben übernehmen wollen. Das geht natürlich nicht immer, aber wenn wir es schaffen, dann spürt man, wie alles miteinander verbunden ist.

Beeinflusst die Arbeit mit Licht in der Fotografie auch die Architektur?

Wenn es um Tageslicht geht, gibt es eine direkte Verbindung. Zu verstehen, wie Licht funktioniert, wenn es von der Seite kommt oder von hinten, von oben oder unten. So entstehen unterschiedliche Atmosphären, das lässt sich auf die Architektur übertragen. Künstliches Licht funktioniert anders, da spielt die Qualität der Lichtquellen eine große Rolle. Alles sollte dimmbar, die Lichtfarbe sollte anpassbar sein. Die Wirkung von Licht und auch Akustik wird in der Architektur oft unterschätzt. Wir sollten Räume für alle Sinne entwerfen.

Mit Norm haben Sie einen populären Begriff geprägt: „Soft Minimalism“.

Nach Gründung unseres Studios 2008 haben wir eine Art Manifest unter diesem Titel geschrieben. Das war unsere Antwort auf den Minimalismus der 1980er und 1990er-Jahre. Vieles aus dieser Zeit wirkte befremdlich auf uns, diese krassen, weißen Räume, viel Kunstharz und Edelstahl. Wir verstanden Minimalismus anders, auf traditionellere Weise. Denken Sie an die japanische Architektur, an die Shaker, die britische Arts-and-Crafts-Bewegung oder die bäuerliche Kultur Dänemarks. Die Objekte waren oft einfach, bescheiden, aber aus guten Materialien hergestellt. Handwerklich, mit Aufmerksamkeit für die Details. Ein Minimalismus, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wir waren auf der Suche nach etwas Universellem, das auch über kulturelle Grenzen hinweg gültig sein kann. Dieser Philosophie sind wir seither treu geblieben.

Verspüren Sie nicht manchmal den Drang, etwas total Extravagantes, Buntes zu entwerfen?

Nein. Manche unserer Mitarbeiter*innen würden das wohl ganz gerne mal machen. Deswegen ist eine meiner wichtigsten Aufgaben, darauf zu achten, dass wir auf dem schmalen Pfad der Tugend bleiben und zeitlose, haltbare, qualitätsvolle Projekte entwerfen. Die man sich auch in 20 oder 30 Jahren noch anschauen und bewohnen mag. Ich überlasse die Extravaganzen gerne anderen. Da kommen wir wieder auf den Anfang des Gesprächs zurück, ich fühle mich dazu einfach nicht berufen. Es fiele mir schwer und ich wäre auch nicht gut darin. Sobald ein kleines Detail nicht harmonisch ist, bin ich genervt und spüre das in meinem ganzen Körper. Ich bin sehr schlecht darin, das zu verbergen.